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Hessischer
Landesverein zur Erhaltung und
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Verzeichnis der am deutschen Mühlentag teilnehmenden Mühlen Presseerklärung des HLM zum Deutschen Mühlentag 2011 Presseerklärung der DGM zum Deutschen Mühlentag 2011 ___________________________________________________________HLM Pressetext zum Deutschen Mühlentag 2011Wassermühlen: Alte Technik neue PerspektivenDer Pfingstmontag steht traditionell im Zeichen der Mühlen. Pfingstmontag ist Deutscher Mühlentag. Bundesweit beteiligen sich mehr als 1.000 Mühlen mit einem „Tag der offenen Mühlentür“. Der Hessische Landesverein zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen (HLM) e.V. kann in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung von 45 Mühlen verzeichnen. Besonders stolz ist der HLM darauf, in diesem Jahr die Eröffnungsveranstaltung des 18. Deutschen Mühlentages auf der Obermühle in Borken-Kerstenhausen ausrichten zu dürfen. Das hessische Teilnehmerverzeichnis ist im Internet unter www.hessischermuehlenverein.de abrufbar. Mit dem diesjährigen Motto „Alte Technik neue Perspektiven“ findet sich der Mühlentag in die aktuelle Diskussion um die zukünftige Energiepolitik ein. Der Hessische Mühlenverein erinnert daran, dass die Mühlen eine erste umfassende Mechanisierung von Produktionsabläufen ermöglichten und so eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Dörfern und Städten darstellten. In Hessen gründete so die Versorgung der Menschen und der allmähliche Wohlstand zu einem guten Anteil vor allem auf die Energie des Wassers. Im Zeichen schier grenzenlos verfügbarer fossiler Energieträger und auch der Atomenergie haben die Wassermühlen in den vergangenen Jahrzehnten dann ihre Bedeutung verloren. Zuletzt gerieten die Wasserkraftwerke trotz eines hohen energetischen Wirkungsgrades und gesamtökologisch positiver Bilanz jedoch in das energiepolitische Abseits. So zielt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in seiner Stromvergütungsstruktur vor allem auf die Forcierung von Sonnenstrom und Biomassenutzung ab. Demgegenüber stellt sich der Vergütungsanreiz für Strom aus Wasserkraftwerken vor allem als Impuls zur ökologischen Modernisierung von Anlagen mit über 100 kW Leistung dar. Für kleinere Wasserkraftanlagen besteht dagegen keine kostendeckende Vergütung. Daher befürchtet der HLM in den nächsten Jahren ein weiteres Verschwinden von Mühlen und Wasserkraftanlagen. Vielfach könnten nach Einschätzung des HLM sogar Auflagen zur ökologischen Modernisierung im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie die Rentabilität letztendlich den Ausschlag für manche Stillegungsentscheidung geben. Die aktuell unter dem Eindruck der atomaren Reaktorkatastrophe in Japan neu entbrannte Diskussion um die zukünftige Energiepolitik sollte nach Auffassung des HLM auch nochmals die frühere Bedeutung und die heutigen Potentiale der Wasserkraft als „Brotenergie“ in den Blick nehmen. Die Einstufung der Bedeutung der Alpen und von Skandinavien mit Wasserkraftwerken als „grünen Batterien“ durch die EU habe in verminderter Form auch in den Mittelgebirgsregionen eine Berechtigung. Dies sei vor allem darin begründet, dass die Wasserkraft mehr oder weniger stetig verfügbar ist und also nicht nur Grundlasteignung habe, sondern in den Hochzeiten des Energieverbrauchs, im Winterhalbjahr, ebenfalls ihr Leistungsoptimum zeige. Mit einer weiteren Differenzierung der Vergütungsstaffelung und Vergütungsaufschlägen könnten kleinere Wasserkraftanlagen „in der Fläche“ somit einen beträchtlichen Teil am Energiemix beisteuern. Damit könnten nicht nur weitere Funktionen von Mühlen in der Kulturlandschaft sowie im Stadt- und Dorfbild, sondern auch ein Arbeitsfeld für lokale Handwerksbetriebe erhalten werden. Mit der Eröffnungsveranstaltung zum 18. Deutschen Mühlentag kann der HLM in Zusammenarbeit mit der Stadt Borken, dem Braunkohlemuseum Borken, der Eon Mitte AG und dem Verein Regionalentwicklung Schwalm-Aue e.V. die Thematik „Alte Technik neue Perspektiven“ in besonderer Weise verdeutlichen. Während der unmittelbare Schauplatz der Mühlentagseröffnung mit der Obermühle Kerstenhausen eine der letzten tätigen Getreidemühlen ist und mit traditioneller Technik hochwertige Mehle herstellt strömt das Wasser der Schwalm im weiteren Verlauf ungenutzt über ein intaktes Wehr. Dort könnte am Standort der „Neuen Mühle Borken“ ein neues Wasserkraftwerk nach neuesten energetischen Erkenntnissen und ökologischen Anforderungen entstehen. Die prognostizierte Energieausbeute ist mit einer möglichen Anlagenauslegung von 100 kW und einer Stromversorgungsperspektive für ca. 150 Haushalte durchaus beachtlich. Und dennoch bestehen bei der Stadt Borken als Projektträgerin noch Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Unterfangens. Der Realisierbarkeit einer Reaktivierung der „Neuen Mühle“ in Borken kommt somit in mehrfacher Hinsicht eine symbolische Bedeutung zu. Sollte die Reaktivierung nicht gelingen und eine unzureichende Vergütung des erzeugten Stromes den Ausschlag geben, dann dürfte das Aus für alle Wasserkraftanlagen mit Leistungspotentialen unter 100 kW nur noch eine Frage der Zeit sein. Sollte die Reaktivierung jedoch gelingen, dann darf Borken wohl exemplarisch für eine gelungene Energiekonversion stehen. Denn in Borken fand bis in die 1990er Jahre hinein nicht nur eine Braunkohleverstromung statt, sondern bestanden fast ebenso lange Pläne ein Atomkraftwerk in die Schwalmaue zu bauen. Der Standort Borken würde mit einer Reaktivierung der „Neuen Mühle“ damit wie kaum ein anderer Standort die Veränderungen in der Energiepolitik widerspiegeln. Der Umstand, dass der Ausbau der Braunkohleverstromung dereinst den großen Borkener Schwalmmühlen das Wasser für die Dampferzeugung abgegraben hat, verleiht der neuen Perspektive dabei eine besondere Note.
Hessischer Landesverein zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen (HLM) e.V. am 26. April 2011, dem 25.sten Jahrestag der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl
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